Algerien: Pilotprojekt zur Fischzucht in einem saharauischen Flüchtlingslager

Übersetzung: Guéric Cardet  Revisorin: Claudia Oppong Peprah

Am 27. Februar wurde in der Region Tindouf im Südwesten Algeriens in einem saharauischen Flüchtlingslager das Pilotprojekt zur Fischzucht in N’Khaila eingeweiht. Es wurde von der Organisation Triangle Génération Humanitaire durchgeführt.

Seit 1975 leben Geflüchtete aus der Westsahara in Lagern im Südwesten Algeriens, in der Nähe von Tindouf. Die Organisation Triangle Génération Humanitaire hat beschlossen, in einem saharauischen Flüchtlingslager eine Fischfarm einzurichten. Das Projekt geht auf eine Initiative des Welternährungsprogramms World Food Programm (WFP), der Nahrungsmittelhilfe-Organisation der Vereinten Nationen (UNO), zurück, die darauf abzielt, die lokale Nahrungsmittelproduktion und insbesondere die Produktion von tierischen Proteinen zu verbessern. Es ist zwar das erste Fischzuchtprojekt in den saharauischen Flüchtlingslagern im Südwesten Algeriens, aber nicht das erste Fischzuchtprojekt, das unter diesen Klimabedingungen durchgeführt wird. Nach Angaben der Organisation Triangle Génération Humanitaire wurden ähnliche Projekte bereits im Sudan, im Jemen und in Algerien durchgeführt.

Erheblicher Einsatz logistischer und technologischer Hilfsmittel

r dieses Projekt, das am 1. Januar 2018 begann, hat die Organisation Triangle Génération Humanitaire zwei 40 Meter lange und 20 Meter breite Becken, vier 6 Meter lange Becken sowie ein separates Gebäude für die Technik, samt einer darin untergebrachte Brutstation gebaut. Im Flüchtlingslager wurde ein Labor für chemische und physikalische Analysen eingerichtet. Seine Funktion wird sein, den pH-Wert, die Temperatur, die Sauerstoffversorgung, aber auch den Salzgehalt in den Teichen zu kontrollieren. Für diesen ersten Versuch wird das Pilotprojekt auf der Zucht von Nil-Tilapien basieren. Diese Fischart wurde von Triangle Génération Humanitaire aufgrund ihrer Widerstandsfähigkeit gegen Temperatur- und Salzgehalt-Schwankungen ausgewählt. Deswegen soll die Fischart gegen die Klimabedingungen Südwestalgeriens, die denen der Saharawüste entsprechen, resistent sein. Während des Baus der Fischzuchtanlage in N’Khaila mussten einige Herausforderungen bewältigt werden, wie die Abgeschiedenheit, der schwach entwickelte Fischzuchtssektor in Algerien und der Bedarf an spezifischer technischer Ausrüstung, die schwer zu bekommen war.

Fotokredit: ©PAM

Das Ziel des Projekts? Die Fischzuchtanlage, die im Februar eingeweiht wurde, soll eine zusätzliche Nahrungsquelle für die saharauischen Flüchtlinge darstellen. Die Organisation Triangle Génération Humanitaire versucht, die Ernährungssicherung der Saharauis in den Lagern Südwestalgeriens zu verbessern. Letztendlich sollte die Fischzucht von den Flüchtlingen selbst verwaltet werden. Tatsächlich wird eine Lernenphase stattfinden, in der sich die Saharauis im Flüchtlingslager sich mit der Infrastruktur vertraut machen werden. Die Organisation schätzt, dass es zwei bis drei Jahre dauern wird, bis die Geflüchteten die vollständige Bewirtschaftung der Fischzucht übernehmen. Zur Zukunft und Nachhaltigkeit des Projekts sagte Ahcene Oulmane, Leiter des Pilotprojekts zur Fischzucht von Triangle Génération Humanitaire: « Wir planen eine Podiumsdiskussion über die Chancen des Projekts, die Multiplikationsmodalitäten auf individueller oder kollektiver Ebene in den Lagern und die Möglichkeit, die Farm zu einem echten Aquakultur-Ausbildungszentrum für junge Saharauis zu machen. »

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