Costa Rica: Legalisierung der gleichgeschlechtliche Ehe

ÜBERSETZER: GUÉRIC CARDET – REVISORIN: CLAUDIA OPPONG PEPRAH

26. Mai 2020, Festtag in Costa Rica: Die gleichgeschlechtliche Ehe ist endlich legal. Es ist das erste Land Mittelamerikas, das diese Verehelichung zulässt. Zahlreiche Paare tauschten die Ringe, sobald diese Maßnahme in Kraft getreten war.

Am Montag, 25. Mai, um Mitternacht wurde das Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe aufgehoben. Dies ist die Nachricht, die von der LGBTI-Community sehnlichst erwartet worden war, die wegen ihrer sexuelle Orientierung gegenwärtig unter Diskriminierung leiden. Einige heirateten unverzüglich, sobald das Verbot aufgehoben war. Wie Dunia Araya und Alexandra Quiros, das erste legal verheiratete lesbische Paar des Landes. Beide trugen weiße Kleider und heirateten vor einem Notar, der eine Schutzmaske gegen Covid-19 trug.

Wegen des Virus wurden zahlreiche geplante Feiern und Festlichkeiten durch stundenlange Fernsehprogramme ersetzt. Dieses Programm, das von der Kampagne „Sí acepto“ (ja, ich will) organisiert wird, ehrt all jene, die Opfer von Diskriminierung aufgrund ihrer sexuellen Orientierung sind. Lieder, historische Erinnerungen und sogar die Übertragung der ersten Hochzeit stehen auf dem Programm. Seit 40 Jahren versuchten die Mitglieder von Sí acepto, die gleichgeschlechtliche Ehe legalisieren zu lassen. Ein großer Schritt für das Land, der es verdient, gefeiert zu werden.

 

Gleichgeschlechtliche Ehe in Costa Rica: Warum brauchte man so viel Zeit?

Hauptsächlich wegen der Religion und der politischen Spaltung. Viele Sitze im Parlament sind gerade mit evangelikalen Abgeordneten besetzt: 14 von 57. Trotz Interessenkonflikten und zahlreicher Versuche, das Verbot aufrechtzuerhalten, wurde es aufgehoben.

Der Präsident des Landes, Carlos Alvarado Quesada, hat sich in den Netzwerken gefreut: „Costa Rica erkennt die gleichgeschlechtliche Ehe offiziell an. Heute feiern wir Freiheit, Gleichheit und Demokratie.“

 

Eine Aussage, die von den evangelikalen Abgeordneten nicht unbemerkt blieb. Nidia Céspedes, eine Abgeordnete, sagte in den Netzwerken: „Heute ist ein trauriger Tag für die traditionelle costa-ricanische Familie. Das Inkrafttreten der gleichgeschlechtliche Ehe ist ein Schlag für die Seelen von Generationen von Costa-Ricanern, die die Grundlagen eines großen Landes zementiert haben, das mit Familie und Leben verbunden ist.“

Trotz der erheblichen politischen Spaltung ist die große Mehrheit der Bevölkerung über diese Ankündigung erfreut. Viele Paare warten darauf, endlich legal in ihrem eigenen Land heiraten zu können. Internationale Organisationen und Persönlichkeiten gratulieren den Costa-Ricanern zu dieser Nachricht. „Wir freuen uns mit Ihnen: Herzlichen Glückwunsch an alle, die so hart dafür gearbeitet haben“, twitterte die International Lesbian and Gay Association (ILGA). Heute feiern die Costa-Ricaner einen großen Sieg für die LGBTI-Community und ihre Aktivisten.

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