Capture d'écran tirée du film. Crédit DR.

Faster, Pussycat! Kill! Kill!

ÜBERSETZT VON ANASS AZZOUZ UND ADINA HEIDENREICH

„Faster, Pussycat! Kill! Kill!“ ist ein Schwarz-Weiß-Film des Amerikaners Russ Meyer. Ein Titel, der bereits den Ton des Films angibt: Rock’n’Roll gemischt mit Mord und Totschlag, elektrisierend und hektisch. Der Film stellt die Geschichte von drei Super-Frauen rund um die Themen Sex und Gewalt dar, in der die Kraft weiblicher Formen zelebriert wird. Auf der Suche nach Nervenkitzel machen sich Rosie, Varla und Billie mit ihren Flitzern auf die Reise.

Filmplakat. Quelle: DR.

Sexy Besetzung mit starken Persönlichkeiten

Ein besonderer Reiz des Films ist die Besetzung der weiblichen Hauptrollen, welche besonders dem männlichen Zuschauer gefallen soll, wohingegen sie gleichzeitig das Patriarchat einer männlich dominierten Welt durch drei Super-Frauen herausfordert.

Rosie wird von der kanadischen Schauspielerin und exotischen Tänzerin Barbarella Catton alias “Haji” gespielt. An der Seite von Haji, spielt Tura Satana die Rolle der ungeheuerlichen Anführerin Varla. Die US-Amerikanerin mit japanischen Wurzeln ist Expertin der Kampfkünste, welche sie im Zuge der Dreharbeiten häufig zum Einsatz brachte. Die dritte im Bunde der sogenannten Pussycats ist Billie, die die Rolle der blonden Nymphomanin darstellt. Jedoch sind alle drei Pussycats von Meyer mit einer starken sexuellen Macht versehen worden.

So ist Russ Meyer für seine Vorliebe für extrem große Oberweiten bekannt. Obwohl diese Vorliebe Meyers mit jeder Menge Nahaufnahmen im Film eine Objektivierung der Frauen befördern könnte, sind die Pussycats viel mehr als nur sexy Puppen.

Rezeption des Films

Trotz der verlockenden Besetzung hat der Film seiner Zeit das Publikum nicht ganz im Sturm erobert. 1966 war der Film kommerzieller Misserfolg und fiel bei den Kritikern durch. Die Kritiker und die Zuschauer vermissten die früheren Filme von Russ Meyer, wo Männer noch ohne Todesangst Blicke auf halb nackte Frauen werfen konnten. Diese Reaktion zur Zeit der Veröffentlichung von “Faster, Pussycat! Kill! Kill!” ist vielleicht ein Hinweis, dass der Misserfolg des Filmes vom Auftreten der mächtigen weiblichen Charaktere herrührte. Zu einem Zeitpunkt, wo Frauen noch soziale und sexuelle Unabhängigkeit sowie Gleichbehandlung gegenüber Männern forderten, war “Faster, Pussycat! Kill! Kill!” eine wirkliche Herausforderung für die patriarchale Gesellschaft der 60er Jahren.

Leider gerät der Film erst später wieder in den Fokus, als im Jahre 1981 der berühmte Regisseur John Waters, der in dieser Zeit den Höhepunkt seiner Karriere erreicht hatte, auf den Seiten seiner Autobiographie “Shock Value: A Tasteful Book About Bad Taste” schrieb, dass „Faster, Pussycat! Kill! Kill!“ schlechthin der beste Film der Welt sei. Dieser Kommentar markiert den Anfang des Erfolgs. Von diesem Moment an sollte der Film von Meyer an Popularität gewinnen und kann heutzutage als Kultfilm betrachtet werden. So kam es, dass 1983 die berühmte amerikanische Garage-Rock-Band “The Cramps” das Lied “Faster Pussycat ” aus dem Film von Meyer coverten, um damit den Film zu würdigen. Der Film beginnt übrigens mit diesem Lied, zu dem man die drei Heldinnen durch die Wüste rasen sieht.

Bannerfoto: Bildschirmauszug aus dem Film. Quelle: DR

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