Japan – eine Wirtschaft in Not

Übersetzerin: Claudia Oppong Peprah / Revisor: Guéric Cardet

Am Mittwoch, den 27. Mai hat sich in Japan ein Ministerrat versammelt, um einen Plan zur Entwicklung der nationalen Wirtschaft zu billigen. Auf der Suche nach finanziellen Mitteln, versucht sich die japanische Börse vom Schock der Gesundheitskrise zu erholen.

Angesichts des Schocks, den die Epidemie ausgelöst hat, versucht die japanische Regierung die nationale Wirtschaft anzukurbeln. Am 7. April wurde der Notstand ausgerufen, ebenso wie ein massiver Rettungsplan für die Wirtschaft, der ca. 1.007 Mrd. EUR umfasst. Nach anderthalb schwierigen Monaten wurde der Ausnahmezustand in ganz Japan ausgerufen. „Es ist wichtig, die wirtschaftliche Aktivität während des Ausnahmezustands phasenweise zu steigern, während wir eine neue Art festlegen, wie wir leben,“ merkt Wirtschaftsminister Yasutoshi Nishimura an. Er fordert ein zweites Budget. Dieses soll das Steuerjahr stützen, das im April begonnen hat.

Es wurde eine Summe von ca. 852 Mrd. EUR gefordert, zugunsten des Aufschwungs und zur Erhaltung der Arbeitsplätze. Tausende von Japanern müssen sich, dank dieses Plans, keine Sorgen machen, ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Dem japanischen Forschungszentrum NLI Research Institute zufolge würde sich die Arbeitslosenquote ohne diese Hilfen bis Ende 2020 um 1,6% erhöhen, was 1,52 Millionen Personen zusätzlich wären. Ein Risiko, welches die Regierung mit allen Mitteln zu vermeiden versucht. Es ist auch eine bedingungslose Zahlung von 900 USD für jeden Haushalt vorgesehen.

Ist die Wirtschaft wichtiger als die Gesundheit?

Die japanische Regierung erkennt den hohen Stellenwert der nationalen Wirtschaft an. Es handelt sich um eine der größten Wirtschaftsmächte der Welt. Derzeit besteht offensichtlich keine Vernachlässigung der Gesundheit der Einwohner. Seit der Notstand ausgerufen ist, ist die Ausgangsbeschränkung nicht mehr zwingend, wie in anderen Ländern, die mehr unter Covid-19 leiden. Die Kontaktsperre besteht für die Einwohner auf freiwilliger Basis. Diese sind dem Ratschlag der Experten gefolgt und haben die Vorhänge ihrer Geschäfte zugezogen. Japan verzeichnet aktuell 16.759 Fälle von Covid-19 und 882 Tote, so die veröffentlichen Zahlen. Diese sind niedrig im Verhältnis zu den Nachbarländern, die stärker vom Virus betroffen sind.

Die Zahlen lassen sich mit den Sitten und Gebräuchen der Einwohner erklären, wo gewohnheitsmäßig Maske getragen wird, die Begrüßung mit Distanz erfolgt oder die Rate an Übergewichtigen sehr gering ist. Einige Experten stellen die Zahlen in Frage, indem sie vorbringen, dass praktisch keine Tests durchgeführt werden. Diese sind in der Tat für Personen reserviert, die schwere akute Atemwegssyndrome haben.

Wenn man sich die veröffentlichten Zahlen anschaut, ist die Infektionsrate sinkend. Eine Wiederaufnahme der Aktivitäten ist Gesundheitsexperten zufolge, die der Wirtschaftsminister konsultiert hat, also möglich. Eine Rückkehr zur Normalität, wie sie von den Bürgern sehnlichst erwartet wird, ist möglich. Es bleibt ihnen jedoch nichts weiter, als auf die Unterstützung zu warten, die die wirtschaftliche Stimulation des Landes fördert.

Erst vor wenigen Wochen, am 16. Juni, hat die Bank of Japan (BoJ) zum ersten Mal seit 2018 ihre wirtschaftlichen Ziele veröffentlicht und damit eine zukünftige Stabilität bekräftigt. Wenn die Statistiken diesen Trend fortsetzen, muss die japanische Wirtschaft demnach wieder anziehen, sobald die Pandemie endgültig vorbei ist. „Die Kursrichtung tendiert immer noch stark abwärts, aber die Wirtschaft hat aufgehört sich zu verschlechtern,“ bestätigt ein verantwortlicher Berater aus dem Kabinett. Seine Ziele sind, die Zinskurve für den Leitzins kurzfristig bei -0,1% und langfristig bei 0% zu halten. Die japanische Wirtschaft sei also auf einem guten Weg, sich von dieser, dem Coronavirus geschuldeten Wirtschaftskrise wieder zu „erholen“.

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