Plünderung der afrikanischen Gewässer

Übersetzerin: Claudia Oppong Peprah / Revisor: Guéric Cardet

Die afrikanischen Gewässer zählen zu den fischreichsten der Erde, oder waren es. In der Tat sieht sich Afrika seit einigen Jahren von den internationalen Fangtrawlern seiner Fischressourcen beraubt. Wir riskieren damit ein echtes Massensterben in der Tiefsee. Die Schiffe sind unter spanischer, russischer, französischer, chinesischer, koreanischer und japanischer Flagge registriert. Dazu kommen noch die Piraten, Schiffe ohne Zulassung, die davon profitieren, dass den Küstenbehörden die Mittel für die Seekontrolle fehlen.

64% der weltweiten Fänge kommen aus Afrika. Die Überfischung ist ein Übel. Die Fangmenge ist höher als die natürliche Reproduktionsrate der derzeitigen Arten, verkündet die FAO (Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen). Es wurden daher 37 Arten als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft, so die Weltnaturschutzunion (UICN). Die Organisationen zum Schutz des Meeresgrundes versuchen uns mit diesen Zahlen zu alarmieren und die verantwortlichen multinationalen Unternehmen dazu zu bewegen, etwas zu unternehmen.

Von dieser großangelegten Ausbeutung haben die lokalen Fischer nichts. Sie sind gezwungen, immer weiter aufs Meer hinauszufahren, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Die lokalen Behörden sind den Seemonstern und den Profitfischern gegenüber machtlos. In der Tat sind ca. 20% der weltweit jährlichen Fangmenge INN (illegal, nicht deklariert und nicht reglementiert). Das macht zwischen 11 und 26 Millionen Tonnen Fisch aus.

                         

Fischmarkt (Quelle: https://unsplash.com/@eyf)

Nachdem die Trawler die europäischen Gewässer ausgeplündert und völlig überfischt haben, bedrohen sie nun mit immer weniger nachhaltigen Fangtechniken weltweit die Tiefsee. Langleinen-Fischerei mit riesigen Leinen, gespickt mit Tausenden von Angelhaken, denen Seevögel und Schildkröten zum Opfer fallen, aber schlimmer noch, die Verwendung von Grundschleppnetzen. Diese Methode reißt den Boden mit den Netzen auf und fängt dabei eine große Quantität an Fischen, essbar oder nicht. Sie zerstört so Meeresböden und Ökosysteme, die einige Tausende von Jahren gebraucht haben, sich zu entwickeln.

Der FAO zufolge macht das, was unbeabsichtigt ins Netzt geht, ein Drittel des weltweiten Fangs aus. Die Fischer werfen es dann tot ins Meer zurück, Delfine wie Schildkröten. Aber es gibt Wege aus der Misere, die Forscher räumen ein, dass die Natur sich mit der Zeit ihr Recht zurückerobert. Hoffentlich ist es dann nicht schon zu spät.
Kurz gesagt, für die 7 Millionen Menschen, die in Westafrika vom Fischfang leben, sind dies schwere Zeiten. Während sich der globale Fischkonsum seit 1950 vervierfacht hat, ist Afrika übrigens der einzige Kontinent, wo der Verzehr zurückgeht.

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