Die COVID-19 Pandemie- zwischen Hoffen und Bangen

Übersetzt von Claudia Oppong Peprah

Das Ausmaß der Corona-Epidemie der vergangenen Wochen in Europa hat dazu geführt, sie auf globaler Ebene als Pandemie einzustufen. In der großen Mehrheit der Länder ist derzeit eine Lockdown-Phase in Kraft. Kurz zur Erinnerung: Der erste Fall war Anfang Dezember 2019 in China auf einem Markt in Wuhan entdeckt worden. Dank des internationalen Austausches hat es nur wenige Wochen gedauert, bis sich das Virus außerhalb Chinas ausfindig machen ließ. Muss man vor diesem Virus wirklich Angst haben? Ist es heute stärker virulent als zu Beginn der Krise?

Es vergeht gerade kein Tag, an dem nicht eines der Länder einen neuen Corona-Fall (COVID-19) bekundet. Die rasante Entwicklung der Epidemie hat die WHO dazu veranlasst, sie als Pandemie neu einzustufen. Aufgrund dessen haben viele Länder Hygienemaßnahmen ergriffen, die darauf abzielen, die Verbreitung des Virus einzudämmen. Diese Maßnahmen gehen von der Auferlegung von Quarantäne einzelner Verdachtsfälle bis zur kompletten Isolierung der gesamten Einwohnerschaft. Die Behörden informieren gleichwohl die Bevölkerung über die Verhaltensregeln im Falle einer vermeintlichen Ansteckung.

Am 27. Januar 2020 hat die WHO in ihrer Bewertung den Grad der Bedrohung, der auf internationaler Ebene von diesem Virus ausgeht, von „mäßig“ auf „hoch“ gestuft. Diese Neubewertung war die Verkündung der Virulenz dieses Virus, das bis dahin noch von vielen europäischen Ländern unterschätzt wurde.

Die Sterblichkeitsrate wirft fragen auf

Die geringe Sterblichkeitsrate, die von den Chinesen gemeldet wurde (zwischen 1% und 3%), scheint nicht mit den in Europa verzeichneten Todesfällen übereinzustimmen (7%-8%). Da das Virus aber nicht auf dem Weg von China nach Frankreich mutiert haben kann, lässt diese Quote darauf schließen, dass die Zahlen der chinesischen Regierung der Realität fern lagen. Fragt sich nur, ob dies absichtlich so kommuniziert wurde oder ob es das Ergebnis einer mangelhaften Datenverarbeitung war. Außerdem muss man diesen Prozentsatz wie einen „Index“ interpretieren, statt seinen reinen Bruttowert zu betrachten. Solange die Zahl der Patienten, die tatsächlich an COVID-19 erkrankt sind, nicht genau bekannt ist, kann die Sterberate auch nicht der Wirklichkeit entsprechen.

Wie dem auch sei, dieses Virus kann schwerwiegende Folgen haben, besonders bei anfälligen Personen. Ältere Menschen, Immungeschwächte oder Menschen mit Vorerkrankungen sind besonders gefährdet. Die Coronaviren können über den Luftweg übertragen werden, durch den Kontakt mit Sekreten oder durch Berühren kontaminierter Gegenstände, besonders in der kalten Jahreszeit. Die Inkubationszeit liegt zwischen 2 und 14 Tagen, im Durchschnitt 3 bis 5 Tage.

Wenngleich die von China verkündete Mortalitätsrate niedrig war, so entsprach sie doch bereits dem Zehnfachen einer saisonalen Grippe (0,3%). Deshalb war es unabdingbar, Präventionsmaßnahmen zu ergreifen. Es war Vorsicht geboten, seitens der nationalen und internationalen Behörden, in den ersten Tagen nach Entdeckung des neuen Virus. Die Maßnahmen erstreckten sich aber nur darauf, zu strenger Hygiene aufzurufen und die verdächtigen Personen in Quarantäne zu stecken. Danach trafen die Behörden zahlreiche deutlich schärfere Entscheidungen zum Gesundheitsschutz. Gleichzeitig wurden mitunter paradoxe Beschlüsse gefasst, wie – in Frankreich zum Beispiel – auf die Durchführung der Kommunalwahlen zu bestehen.

Hoffnung auf Behandlung?

Zum jetzigen Zeitpunkt ist weder eine spezielle Behandlungsmethode noch ein Impfschutz gegen das Virus verfügbar. Indessen haben die USA angekündigt, wissenschaftliche Untersuchungen auf allen Ebenen durchgeführt zu haben. Darunter ein HIV-Medikament (Kaletra), eine Kombination, die gegen MERS-CoV eingesetzt wurde (Antiviral- und Immuntherapie) und ein antivirales Medikament des US-Pharmakonzerns Gilead, das in der Vergangenheit im Kampf gegen Ebola getestet worden ist.

Zahlreiche weitere Mittel und Wege werden in Betracht gezogen, wie z.B. die Verwendung von Hydroxychloroquin. Dieses Medikament habe Anzeichen von Wirksamkeit gegen das Coronavirus gezeigt, so das Institut Méditerranée Infection.

Gleichzeitig wurde, Dank der ersten 3D-Kartographie des Coronavirus COVID-19, die von einem Team amerikanischer Wissenschaftler erstellt wurde, das Schlüsselprotein des Virus identifiziert. Dieses Protein (Strukturprotein) erlaubt es dem Virus durch verschiedene Zelltypen einzudringen, um sie zu infizieren. Die Entdeckung dieses Proteins ebnet den Weg für einen neuen Impfstoff.

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